domingo, março 09, 2008

Com a palavra os tradutores de plantão.

O Jaburu mandou um e-mail com a indicação de uma página do jornal Frankfurter Allgemeine, da Frankfurt, na Alemanha, com uma reportagem sobre o engenho que seu irmão Rubens Chaves tem lá em Coronel Xavier Chaves, perto de São João del Rei, em Minas Gerais.
O Jaburu e o Rubinho estudaram juntos lá no Seminário Seráfico Santo Antônio, em Santos Dumont, na década de 40.
O engenho do Rubinho já foi tema de reportagem em vários órgãos de imprensa, como a revista Playboy, revista da Gol, programas de televisão e outros.
Ele produz a Cachaça Século XVIII, antiga Boa Vista, e, segundo os entendidos, ela é muito boa.
Clique na foto para ver o engenho e na outra está o Rubinho lendo o livro de visitas que ele tem lá no barzinho do engenho que já teve visitantes de vários países.

Se você quiser ver o texto na página do próprio jornal vá a este endereço Frankfurter Allgemeine
No texto anterior o Aloísio Tirado (Jaó) já ligou para o Tachinha e disse que está escrito em turco e que irá tentar dar uma chutada na tradução, e o Dante (Elefante), outro leitor assíduo do Blog do Tachinha, mandou um e-mail dizendo que o texto é em turco e sugeriu que o Tachinha procurasse um "help" aqui com alguns turcos que são comerciantes aqui no Mercado Central, em Belo Horizonte.


Cachaça
Das Herz Brasiliens

Von Sascha Lehnartz
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Mehr als 6000 Cachaça-Marken gibt es in Brasilien, dieses Geschäft in Paraty ...

Mehr als 6000 Cachaça-Marken gibt es in Brasilien, dieses Geschäft in Paraty führt offenbar die meisten davon

26. Februar 2008 Man kann nicht behaupten, dass Coronel Xavier Chaves besonders verkehrsgünstig liege: Das Nest befindet sich rund 325 Kilometer westlich von Rio de Janeiro im brasilianischen Bergbau-Bundesstaat Minas Gerais. Die nächstgelegene halbwegs bekannte Ortschaft ist Tiradentes, eine malerische ehemalige Minenstadt, die seit den siebziger Jahren zunächst von Künstlern und bald darauf auch von Touristen wiederentdeckt wurde. Von dort führen zwei Wege nach Coronel Xavier Chaves: ein direkter (15 Kilometer), auf dem man sich garantiert verfährt, denn er ist brasilianisch ausgeschildert und weitgehend asphaltfrei, sowie ein Umweg (23 Kilometer), den bei Tageslicht zu finden man recht gute Chancen hat.

Es gibt allerdings nur zwei Gründe, die Reise auf sich zu nehmen: Entweder man begeistert sich für die dort traditionell gepflegte Knüpfkunst der abrolhos (überall in Coronel Xavier Chaves hängen handgefertigte Decken, Vorhänge und Tücher aus den Fenstern). Oder aber man hat eine Schwäche für das brasilianische Nationalgetränk Cachaça. In Coronel Xavier Chaves steht nämlich die älteste noch funktionierende Cachaça-Brennerei Brasiliens, Engenho Boa Vista.

Cachaça als Aperitif, Digestif und ohne besonderen Anlass zwischendurch

Beurkundet ist der Betrieb seit 1755, gebrannt wird jedoch mindestens seit den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts, erzählt der Besitzer Rubens Chaves. Der Vierundsiebzigjährige betreibt die Destille, die man auf Portugiesisch „Alambique“ nennt, in der sechsten Generation. Chaves stammt selbst aus einer ausgesprochen geschichtsträchtigen brasilianischen Familie: Er ist ein Nachfahre des „Zahnziehers“ und Revolutionsführers Joaquim José da Silva Xavier, der unter dem Namen Tiradentes 1789 einen Aufstand gegen die portugiesische Kolonialmacht anzettelte. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, Tiradentes 1792 in Rio hingerichtet und sein Kopf zur Abschreckung auf dem zentralen Platz der Goldgräberstadt Vila Rica, des heutigen Ouro Preto, zur Schau gestellt. Als Brasilien dreißig Jahre später die Unabhängigkeit erlangte, erklärte man Tiradentes zum Nationalhelden. In Ouro Preto ist der Hauptplatz inzwischen nach ihm benannt, in Tiradentes die ganze Stadt.
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Rubens Chaves sieht man nicht unbedingt an, dass er Revolutionärsblut in den Adern hat; er wirkt eher gemütlich, ist ja aber auch nur der Urgroßenkel des Urgroßenkels der jüngsten Schwester des Revolutionärs und hauptberuflich mit der Herstellung des friedenstiftenden und geselligkeitsfördernden Cachaça befasst. In Europa kennt man Cachaça vor allem als Grundlage der Caipirinha. Für das sommerliche Spaßgetränk wird meist industriell hergestellter Cachaça benutzt, wie der in Deutschland weitverbreitete und in Brasilien als Billig-Cachaça verrufene Pitú. Weniger bekannt ist hierzulande, dass Cachaça in seiner Heimat bevorzugt pur verköstigt wird, als Appetitanreger vor dem Essen, als Digestif danach oder ohne besonderen Anlass zwischendurch.

Tröster der Sklaven und Armen

„Erfunden“ wurde Cachaça angeblich 1533 im heutigen Santos. Viele der berühmtesten Brennereien stehen mittlerweile in der Gegend um Paraty, die meisten findet man jedoch in Minas Gerais. Einst betrachtet als Tröster der Sklaven und Armen, hat der Cachaça Karriere gemacht. Es gibt mehr als 6000 Sorten, und über die Frage, welcher nun eigentlich der Beste sei, können Liebhaber stundenlang fachsimpeln. Rubens Chaves ist überzeugt, dass sein „Século XVIII“ zu den Besseren gehört, denn er wird nach alter Väter Sitte hergestellt, ist mithin ein „Cachaça artesanal“ - wie man die handgemachten nennt.




Wie ein Museum des 18. Jahrhunderts: Engenho Boa Vista

„Im Grunde betreibe ich hier gar keine Destillerie“, sagt Chaves, „ich habe ein Museum, das wie eine Destillerie funktioniert.“ Tatsächlich sieht der Engenho Boa Vista aus, als sei er Bestandteil eines malerischen Freilichtmuseums. Inmitten einer sattgrünen Talsenke, am Rande von Zuckerrohrfeldern, steht der Schuppen. Ein sechs Meter hohes Wasserrad dreht sich zwölfmal pro Minute und treibt die Zuckerpresse an. Das Wasser wird über einen eigens gebauten kleinen Kanal den Hang hinab auf das Rad geleitet. Beißender Rauch steigt auf, denn die Zuckerrohrreste werden sogleich verbrannt, um die Destillierkessel zu befeuern. Rund zehn Hektar Zuckerrohr hat Chaves hinter seiner Alambique angepflanzt, zwischen Juli und Oktober sei das Zuckerrohr am besten, sagt er. Die Rohre werden von Hand dicht über dem Boden geschnitten und sollten spätestens acht Stunden danach verarbeitet werden. Drinnen im Schuppen schieben zwei Mitarbeiter die Stangen deshalb umgehend durch die Presse. Heraus kommt ein grün-brauner Saft, der danach in zwei 600-Liter-Tanks fermentiert. Im Unterschied zum Rum wird Cachaça nicht aus Melasse gemacht.

Deutschland ist der größte Importeur von Caipirinha

Chaves hat ein Auge und eine Nase dafür, wann der Saft der Stange, der caldo da caña, so weit ist, dass er in den Kupferkesseln destilliert werden kann. „Die Regierung will uns seit geraumer Zeit zwingen, Stahlkessel zu verwenden“, klagt Chaves, „angeblich aus Hygiene-Gründen. Dabei ist das Unsinn. Alkohol desinfiziert ohnehin alles, der ist selbstreinigend. Und Stahl ruiniert den Geschmack.“ Chaves löste das bürokratische Problem auf brasilianische Weise, er fand einen jeitinho, einen Ausweg: Da seine Destille ein historisches Monument ist, darf er vorerst auf historische Weise weiterproduzieren. Der destillierte Cachaça tropft als pinga (Tropfen) aus den kupfernen Destillierkesseln, die ersten zehn bis 15 Prozent des Destillats heißen cabeça (Kopf) und sind für Qualitäts-Cachaça ebenso wenig zu gebrauchen wie die letzten zehn bis 15 Prozent, der rabo (Schwanz). In edlen Cachaça gehört nur der mittlere Teil, das kristallklare coraçao (Herz). Etwa 20 000 Liter „Século XVIII“ produziert Rubens Chaves im Jahr. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass in Brasilien jährlich insgesamt 1,3 Milliarden Liter hergestellt werden.




Rubens Chaves mit Gästebuch

Nur ein Prozent davon geht in den Export. Das caipirinhatrunkene Deutschland ist der größte Importeur, ein Drittel der gesamten Ausfuhr landet bei uns.

Nur aus dem Herzen

Rubens Chaves produziert seinen „Século XVIII“ ohne Zusatzstoffe und nur aus dem „Herzen“. Industrie-Cachaças werden aus „Kopf“ und „Herz“ gemischt, häufig noch mit Zuckersirup oder Karamell versetzt und geschmacklich angeglichen. „Deshalb bekommt man davon auch Kopfschmerzen“, behauptet Chaves. Viele Produzenten lassen den Cachaça dann in Holzfässern reifen, die den Geschmack weiter verändern - eine Methode, die der Purist Chaves ablehnt. Am besten seien Steintanks, doch die wolle die Regierung auch verbieten.

Rubens Chaves ist ein Mann, der die reine Seele des Cachaça ständig gegen bornierte Bürokraten und die Geschmacksnivellierer aus der Industrie verteidigen muss. Acht bis zehn Jahre könne man einen Cachaça reifen lassen. „Das ist wie bei einem Athleten, den man genau auf den Höhepunkt trainieren muss, aber nicht darüber hinaus“, sagt Chaves. Einmal in Flaschen abgefüllt, verändere sich der Geschmack dann nicht mehr. Sein '97er sei ein sehr guter Jahrgang. Er kostet neunzig Reais (etwa dreißig Euro) pro Liter, der Teuerste ist der '94er (zweihundert Reais). Letzterer sei aber nicht so teuer, weil er besser sei, sondern weil er davon nicht mehr viele Flaschen habe, erläutert Chaves. Für Caipirinha solle man im Übrigen auf gar keinen Fall einen guten Cachaça verwenden, findet der Patron, das sei „eine Sünde“. In dem Mischgetränk könne man die Qualität gar nicht mehr herausschmecken.

5000 Gäste aus 25 Ländern

Um Qualitätsunterschiede zu bemerken, braucht es allerdings ohnehin einiges Training, wie sich bei der von Rubens Chaves offerierten Degustation zeigt. Für den ungeübten Cachaça-Trinker erschließen sich die geschmacklichen Nuancen nicht auf Anhieb - obwohl die deftigen Würstchen, die Chaves' Schwager dazu grillt, eine gute Grundlage und ein krasser kulinarischer Kontrapunkt sind.

Im Engenho Boa Vista kann man jeden Samstag bei der Produktion zuschauen und Cachaça testen. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Chaves zeigt stolz sein Besucherbuch: Rund 5000 Gäste aus 25 Ländern haben die idyllisch gelegene Destille in den vergangenen Jahren besucht. Dass die Tradition hier auch künftig gepflegt werden wird, erscheint einigermaßen gesichert. Rubens' 44 Jahre alter Sohn Fernando soll das „aktive Museum“ einmal weiterführen. Vorausgesetzt, die Bürokraten halten ihn nicht davon ab.



Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.02.2008, Nr. 8 / Seite 58
Bildmaterial: FAZ, picture-alliance/ ZB

„A única caipirinha“ - die „einzig wahre“ Caipirinha

Wie man die endgültige Caipirinha mixt, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Rubens Chaves hält es für „eine Sünde“, einen guten Cachaça zu verwenden. Der Cachaça-Experte Marcelo Câmera dagegen besteht auf nicht industriell produzierten „Cachaça artesanal“, der in Deutschland etwa über www.pithoi.com zu beziehen ist. Câmeras Rezept für „die einzig wahre“ Caipirinha: Ein bis zwei unbehandelte Limonen in Scheiben mit 2 cl Cachaça in ein Glas geben. Die Limonenstücke mit einem Holzstößel zerstampfen. Weitere 2 cl Cachaça und Zucker hinzufügen. Das Glas mit Eis auffüllen. Das klingt banal, aber Experten sind sich uneinig, ob man braunen oder weißen Zucker verwenden soll, ob Eiswürfel nicht für einen besseren Geschmack sorgen als zerstoßenes Eis und ob man statt Zucker nicht besser Honig nimmt. Nur eines ist klar: Nie darf Cachaça durch anderen Alkohol ersetzt werden. Das, so Câmera, sei eine Verirrung und ein „Angriff auf die brasilianische Kultur“.

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